Die Windmühle

17.11.13

Ein Onkel von Tropos Kück war bei der Familie Stern in die Lehre gegangen. 

Nachdem er seinen Abschluss gemacht hatte, stand die Frage offen, ob er im Unternehmen "Key Stern - Mode von Gestern" übernommen werden sollte. Deswegen lud Herr Stern den Onkel von Tropos Kück, der mit Vornamen Protos hieß, zu sich ein. 

Steffis Vater wollte wissen, ob er mit Protos einen Gewinn erzielen kann. Deswegen zeigte er Protos sein neuestes Auto - einen Brosche. Der Sportwagen war bereits in allen Fachzeitschriften abgebildet gewesen und von vielen Auszeichnungen gekrönt und es wurde auch sehr viel Werbung in allen Medien gezeigt. 

Einen Brosche zu besitzen war dennoch nicht alltäglich, denn es handelte sich um einen recht teuren Wagen. 

Protos staunte. Herr Stern ließ Protos unter die Motorhaube schauen und zeigte ihm den neu entwickelten Motor. Steffi Stern stand gleichfalls dabei und gab sich ebenfalls sehr interessiert. Sie hatte bereits einen Brosche auseinandergenommen, weil sie wissen wollte, wie der Motor aufgebaut ist. 

Dann stellte Herr Stern die entscheidende Frage an Protos: 

„Der Wagen ist neu, sein Motor kommt aus den besten Konstruktionsbüros,  - aber mein lieber Protos, - kannst du mir erklären, was an dem Wagen das Besondere ist, dass so viele Menschen ihn so gerne besitzen würden?“

Protos blickte im Motorraum umher. Er kannte sich mit Autos nicht genau aus. Sein Metier war der Verkauf. Dennoch er stellte fest, dass bei diesem Wagen der Ventilator fehlte, denn die Entwickler hatten eine konstruktive Verbesserung in der Kühlung eingebaut, welche den Propeller überflüssig machte. Steffi stützte ihren Kopf auf die Ellenbogen, die sie auf dem Kotflügel auflehnte. „Also?“ drängte nun auch sie.

„Ich denke man hat diese Windmühle einfach besser gemacht.“ sagte Protos überzeugt.  Herr Stern schaute verdutzt. „Wie darf ich das verstehen?“  Er beugte sich ebenfalls über den Motor und versuchte eine Deutung für Protos Worte zu finden.

 „Hier!“ Protos zeigte auf die Stelle, wo der Ventilator eigentlich sitzen sollte. „Die Windmühle fehlt. Und deswegen vermute ich, man hat sie verbessert!“ 

Steffi gluckste vor Vergnügen. Auch Herr Stern konnte sich eines kleinen Lachens nicht erwehren. Dann fragte er wieder ganz sachlich: „Und, ähm, wieso wollen die Leute so etwas haben?“ 

Protos erklärte: „Herr Stern, darauf kommt es doch gar nicht an. Der Wagen wurde verbessert, in dem man die Windmühle weggelassen hat. Und ich vermute, das sie als nächstes die Windmühle verbessern werden und daran würde ich gerne beteiligt sein.“ Herr Stern kam mit einem Ruck aus dem Motor hochgeschossen und stieß sich den Kopf an der Motorhaube.

Steffi schüttelte nur den Kopf und lachte überrascht auf. „Papa, sei doch bitte vorsichtig!“

Herr Stern hielt sich den Kopf an der Stelle, wo er ihn sich geprellt hatte und meinte zu Protos: „Schön, du wirst übernommen, aber kein Wort über dieses Gespräch.“ Protos willigte gerne ein.

 

Ein paar Tage später redete Herr Stern mit Herrn Brosch, dem Entwickler von Brosche darüber, ob und wie es möglich sei, die Windmühlen zu optimieren. Herr Brosch war bald durch das Anliegen so neugierig geworden, dass er sich sofort daran machte, einige erste Versuche mit den bisherigen Windmühlen zu unternehmen.

In den Jahren darauf wurden die Windmühlen so weit verbessert, dass man in großem Stil Energie damit erzeugen konnte.

Das Treiben blieb natürlich nicht verborgen und  führte dazu, dass die Alliierten auf die Entwicklung der Sterns und ihrem Konstrukteur Brosch aufmerksam wurden. Es kam zu einem Gespräch in Citta di Piacenta, in Italien im „Instituto per il Restauro Europa“ unter Vorsitz des spanischen Spaniers Don Quixote. 

In den Verhandlungen wurde bald beschlossen, dass die Entwicklung von solch immenser Tragweite wäre, dass sie für den ganzen Kontinent einzusetzen sei und man könne Herrn Stern gar nicht genug dafür bezahlen. Herr Stern war überzeugt, dass sich die Alliierten jetzt mit den Geschehnissen des zweiten Weltkrieges abfinden würden und übertrug deswegen die Erfindung in einen europäischen Fond. Er selber gründete mit Brosch eine Landesagentur für Windmühlen, in welcher festgelegt werden würde, wo, wann, welche Windmühlen aufgestellt werden.

Protos bekam übrigens zu seinem Einstellungsvertrag in das Unternehmen "Key Stern - Mode von Gestern", einen Brosche geschenkt.

 

 

 
   
   
   
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Autor:

Iren Buchdruck

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