Europameisterschaft Endrunde 2012

17.11.13

Burgunder war außer sich, als wir im Büro über die Personalvermittler sprachen. Er sagte, dass die eigentlich eingesperrt gehörten und die Politik diesem Wildwuchs endlich ein Ende bereiten müsse. Wir diskutierten darüber, ob Frau von der Leyen die richtige Besetzung für eine Stelle am Arbeitsmarkt sei und waren der Ansicht, dass die sich nicht wirklich um die Belange der Menschen kümmere, die sie zu vertreten versuchte.

Die nächste Runde waren Ausscheidungsspiele und fanden jeweils zur selben Zeit statt. Ich musste nun zu jedem Spiel meinen Tip abgeben und Burgunder und Jun Ky bewerteten daran meine Deutertätigkeit.

Tschechien gegen Polen riet ich noch mit einem 1:0 richtig, aber schon bei der Begegnung Griechenland gegen Russland lag ich falsch. Ich hatte die Griechen mit einem deutlich höheren Torverhältnis als Sieger aus diesem Spiel hervorgehen sehen, 4:0 oder so. Leider gewannen sie nur 1:0. Burgunder meinte, das sei nicht schlimm, ich solle unbedingt weiter machen. 

Am nächsten Tag sahen wir die Begegnung Portugal gegen die Niederlande und Dänemark gegen Deutschland. Ich nahm ein Holzstück und erkannte darin, dass Tschechien gegen Portugal spielen würde. Daraus schlossen Burgunder und Jun Ky das Portugal auf Platz zwei der Tabelle stehen müsse. Aufgeregt verfolgten wir die Spiele und tatsächlich standen die Portugiesen nach einem 2:1 Erfolg gegen die Holländer und Deutschland nach einem 2:1 gegen die Dänen im Viertelfinale.

Vor den Spielen Kroatien gegen Frankreich und Italien gegen Irland sprach ich Burgunder nochmals auf die Personalvermittler an. Ich versuchte ihm klar zu machen, dass er sich auch in die Lage dieser Leute versetzen sollte, um nachvollziehen zu können welche Denke die an den Tag legen. Es könne durchaus sein, dass die ein Büro betreiben, wie unsere Redaktion und dann eben mehrere Stellenausschreibungen herausgeben. Vielleicht sogar von Stellen, die gar nicht existieren, aber eben nur um damit Profit zu machen und dazu tun sie gegenüber den Bewerbern so, als kämen sie von verschiedenen bekannten Unternehmen. Weil nur ein Personalvermittler da säße und nicht verschiedene, könnten die großen Unternehmen dadurch richtig Geld sparen! "Ja, richtig!" sagte Burgunder "Und dann leben sie von den Leuten die tatsächlich arbeiten, kürzen deren Lohn und streichen sich monatlich die Hälfte davon ein!" 

Ich sah ein, dass Burgunder bereits sauer war und von seiner Antipathie nicht abzubringen war. Ich wollte ihn nicht drängen seine Meinung zu überdenken und beschloss am nächsten Tag einen neuen Versuch starten.

Kroatien war zwar ein Gegner, der sich wehrte, aber die Spanier hatten sich bald in die Rolle des amtierenden Weltmeisters eingefunden. Sie beendeten den Auftritt der Kroaten bei dieser Europameisterschaft mit einem 1:0 Torerfolg. 

Italien hatte gegen die Iren kaum Mühe. Sie brachten einen 2:0 Sieg nach Hause und stellten sich auf Platz zwei der Gruppe C auf.

 

Mitfühlend sah ich Burgunder am darauf folgenden Tag an und suchte sein Karma: "Sag, bist du noch enttäuscht von den Personalern?" Er reagierte sofort. "Nicht nur enttäuscht. Ich fühle mich bereits von ihnen hintergangen, gedemütigt und belogen!" 

Also war noch keine Möglichkeit in Sicht, ihn zu einer moderaten Haltung zu bewegen. Da dachte ich wieder an Steffi Stern und die Lump. War es nicht genau das, was Steffi wollte? Nicht in eine Position geraten, in der sie ihre Gefühle, Wünsche und Hoffnungen preis geben musste? Wenn sie sich gegen die Lump stellte, würde sie ihr Verhalten vor ihrem Vater rechtfertigen müssen und dazu würde sie ihre Gründe erklären müssen. 

Burgunder ließ seinen Emotionen freien lauf und wurde von den Personalvermittlern immer weiter in eine Ecke gedrängt, in der er seine Ablehnung erklären musste. Das sah ich plötzlich ganz klar. Aber wie sollte ich Burgunder davon überzeugen?

Die Engländer gewannen gegen die Ukraine mit 1:0. Die Engländer hatten sich auf die Begegnung gut vorbereitet und waren den Ukrainern deutlich überlegen. Mit einem zu niedrigen 1:0 verpassten sie ihnen eine Lektion in Sachen Fußball.

Schweden hatte gegen Frankreich trotz eines 2:0 Erfolges keine Chance mehr in das Viertelfinale einzusteigen. Ich bedauerte dies, denn die Schweden zeigten in dieser EM eine bessere Leistung als die Franzosen.

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Sportwind

Autor:

Sternchen Deuter Quelle

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Steffen Kaphahn